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Ein Team-Spieler auf der Kommandobrücke in Gerstungen

GERSTUNGEN. Seit etwa zwei Jahren ist der Belgier Koen Beckers Geschäftsführer der ae group in Gerstungen. Er geht einen zum Teil unkonventionellen Weg.
Seit 2020 ist der Belgier Koen Beckers (53) Geschäftsführer der in Gerstungen ansässigen Automobilzulieferers „ae Group“. Seither hat sich in der Gruppe einiges getan, auch am Stammsitz. Es wird investiert. Heute beschäftigt das 2010 schon totgeglaubte Unternehmen 1300 Mitarbeiter. Mit Beckers hat man einen Mann auf die Kommandobrücke geholt, der nicht den klassischen CEO, den Chef, verkörpert. Für ihn zählen das Team und das Ergebnis. Statt „Ja, aber ...“ sagt er „Nein, aber …“.

Herr Beckers, …

Wir können uns duzen. Mir ist das Du allgemein lieber als das Sie.

Du bist Belgier. Was führte dich nach Gerstungen?

Tatsächlich bin ich Flame (lächelt). In Belgien gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen Nord- und Südtteil, fast wie zwischen DDR und BRD, nur ohne Mauer. Verbindung zu ae hatte ich schon länger. Zwölf Jahre habe ich für einen ae-Kunden gearbeitet. So entstand der Kontakt mit Aufsichtsratsvorsitzendem Christoph Militzer. Dann ging alles schnell. Mittlerweile bin ich Wahl-Eisenacher und das gerne.

Wie gefällt dir die Stadt?

Sie ist ein Ort, um gut zu leben. Das scheint Zugereisten im Vergleich zu vielen Einheimischen noch aufzufallen. Die Stadt hat Wald und Rennsteig vor der Tür, ein tolles Theater, reichlich Kultur, eine breite Gastronomie, diverse Schulen, einen Bahnhof, man kann vieles zu Fuß erreichen, und man kennt sich untereinander. In Frankfurt oder München gelingt das nicht. Eisenach ist ein guter Platz.

Die Automotiv-Branche hat schon bessere Zeiten erlebt, ist im Umbruch. Und du hast genau dort angelegt. Warum?

Von Hause aus bin ich ja IT-Mann, habe das auch studiert. Ich denke allerdings mehrdimensional. Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben. ae ist eine Herausforderung für mich, und ich habe den Schritt noch nicht bereut. Da geht was.

Was geht denn bei der ae group?

Die Lage in Europa ist derzeit äußerst kritisch und täglich mit negativen Meldungen behaftet, nicht nur beim Aluminium- und Energiepreis. Aber wir sind und bleiben optimistisch. Gerade investiert ae mehr als acht Millionen Euro in die Produktion von Batteriegehäusen für Elektrofahrzeuge im Standort Gerstungen. Wir haben von einem europäischen Fahrzeughersteller einen Auftrag über mehr als 50 Millionen Euro gewonnen. Dieser Auftrag passt perfekt in unsere Nachhaltigkeitsstrategie. Das Projekt wird in Gerstungen in den nächsten Jahren auf „grüne Weise“ 26 weitere Arbeitsplätze absichern.

Der Technologie-Konzern ZF hat ae gerade einen Preis als weltweit nachhaltigster Zulieferer verliehen. Welche Bedeutung hat sowas?

Das geht runter wie belgisches Bier. Aber im Ernst: Unsere Strategie ist darauf ausgerichtet, CO2-neutralen Hightech-Leichtmetalldruckguss herzustellen und gleichzeitig nachhaltig für die Umwelt zu handeln. ZF ist einer unserer größten Kunden, und der Preis ehrt uns, denn das ae-Team hat diesen erstmals verliehen bekommen. Das kann uns in der Branche niemand mehr nachmachen. Grundsätzlich ist es ratsam, sich im Kundenportfolio breiter aufzustellen. Hat ein Großkunde nämlich Schnupfen, kranken alle Zulieferer und das ist genau das, was wir alle zusammen gerade versuchen umzusetzen.

Hast du nach zwei Jahren als ae-Kopf die Firma schon auf den Kopf gestellt?

Moment, wir sind in Deutschland und nicht in Belgien (grinst). Hier hält man nachts 3 Uhr an einer roten Ampel an, selbst wenn die Straße frei ist. Ich stelle mich der Situation, achte das Team und verfolge Ziele in kleinen Schritten. Ich will die Leute nicht vergraulen, sondern mitnehmen. Das braucht Zeit, weil die Mentalität der Menschen nun mal ist, wie sie ist. Ich halte nachts an einer roten Ampel bei freier Straße in Belgien übrigens selten an.

Bist du also ein Revoluzzer?

Nein, ich bin ein 68er (Beckers ist 1968 geboren, Anm. d. Red.) und trage auch mal Schlips.

In Deutschland und Gerstungen gibt es in der Wirtschaft scheinbar viel Tradiertes. Was würdest du anders machen?

Einiges. Aber ich bin kein Freund von Druck und Vorschriften. Vielmehr setze ich auf Ideen, Teamgeist, auf Wir-Gefühl. Wer im Werk rauchen gehen will, soll rauchen gehen. Tut er das zu häufig, ist es mein Ansinnen, dass die Teammitglieder das regeln und nicht ich von oben herab anweisen muss, was zu tun ist. Manches regelt sich eben von selbst. Warum man bei Arbeitsbeginn ein- und zum Feierabend auschecken muss, verstehe ich auch nicht. Am Ende zählt das Ergebnis. Der Weg dahin darf individuell sein. Und ja, manches geht mir zu langsam.

Apropos individuell. Es heißt, dein Auto-Kennzeichen hat bei Polizisten schon für Aufsehen gesorgt.

Ja, ja, die Polizei …. (Denkpause) Man kann sich in Belgien ein Wunschkennzeichen bestellen. Dort ist das übrigens deutlich teurer als in Deutschland. Ich fahre HASPE. Das ist der Name unseres Familien-Gestüts in Belgien. Dass das rechtens ist, hat sich noch nicht bei allen Polizisten rumgesprochen.

Noch mal zu ae. Es gibt neben Gerstungen je ein Werk in Lübeck und in Nentershausen. Zwischen den Standorten in Hessen und Thüringen herrsche nicht immer eitel Sonnenschein. Hat sich das geändert?

Das muss lange vor meiner Zeit liegen. Davon ist heute nichts zu spüren. Jeder hat seine Aufgaben und Stärken. Sonderaufträge, Entwicklung und die Ausbildung passieren in Nentershausen, die Serienproduktion, also die Masse, fällt in Gerstungen ab. Genauso liegen die Standorte Lübeck und Polen näher beieinander und ergänzen sich gut. Für mich ist es wichtig, Jobs in Deutschland zu halten und wirtschaftliche Abhängigkeiten zu minimieren. Es wäre einfach, Produktion nach Osteuropa zu verlagern, aber das ist nicht mein Ding. Die Region um Gerstungen hat Potenzial.

Man unterstellt häufig, dass ein Firmen-Boss täglich zwölf oder 14 Stunden arbeitet und ein Bett im Büro hat. Trifft das auf dich zu?

Wem soll das nützen? Es kommt vor, dass ich länger arbeite, weil Dinge unaufschiebbar sind. Aber in der Regel mache ich nicht mehr Überstunden als nötig. Wenn das so wäre, wäre ich im Job überfordert oder würde etwas falsch machen.

Als Belgier hast du mehr Blick über den Tellerrand. Was sagst du aus dieser Erfahrung zum Wirtschaftsstandort Deutschland?

Das ist im Großen wie im Kleinen. Auch hier gibt es Dinge, die sich zu langsam bewegen. Schauen wird nur mal auf die Kosten für Energie, von der ae bei Strom und Gas so viel verbraucht wie eine Kleinstadt. Warum gibt es in Europa solche Differenzen? Und warum ist es zum Beispiel nicht möglich, allen ae-Beschäftigten mit steuerlicher Hilfe ein Firmenfahrzeug zu ermöglichen? Die Liste ist noch länger.

(Artikel in der "Thüringer Allgemeine", am 11.03.2022)

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